Kon­zen­tra­ti­ons­schwie­rig­kei­ten, man­geln­des Koor­di­na­ti­ons­ver­mö­gen, Hal­tungs­schä­den, man­geln­de geis­ti­ge Leis­tungs­fä­hig­keit, Über­ge­wicht bei Kin­dern und Jugend­li­chen? Inzwi­schen ist es ein weit ver­brei­te­tes Pro­blem: Bewe­gungs­man­gel bei Kin­dern und Jugend­li­chen führt zu vie­len Ein­schrän­kun­gen und weit­rei­chen­den nega­ti­ven Fol­gen. Wie kön­nen wir Bewe­gungs­man­gel bei Kin­dern und Fami­li­en ent­ge­gen wir­ken? Eini­ge Ansät­ze kön­nen helfen. 

Fol­gen von Bewe­gungs­man­gel bei Kin­dern und Jugendlichen

Die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on (WHO) emp­fiehlt für Kin­der und Jugend­li­che täg­lich min­des­tens 60 Minu­ten Bewe­gung bei mode­ra­ten bis hohen Inten­si­tä­ten (Mini­mal­emp­feh­lung!). Die meis­ten Kin­der und Jugend­li­che bewe­gen sich jedoch viel weni­ger. Vie­le Stu­di­en und Exper­ten­stim­men spre­chen davon, dass etwa jedes fünf­te Kind über­ge­wich­tig ist und an Bewe­gungs­man­gel lei­det. Wir sehen das als kla­res Alarm­si­gnal. Man­geln­de kör­per­li­che Akti­vi­tät im Kin­des­al­ter bringt nicht nur uner­wünsch­te Fol­gen wie schlech­te schu­li­sche Leis­tung durch man­geln­des Kon­zen­tra­ti­ons­ver­mö­gen und wenig geis­ti­ge Leis­tungs­fä­hig­keit (häu­fig Pro­ble­me in Deutsch und Mathe), Pro­ble­me beim Ein­schla­fen, Hal­tungs­schä­den durch das vie­le Sit­zen oder Über­ge­wicht, son­dern führt auch zu zahl­rei­chen schwer­wie­gen­den Spät­fol­gen, die sich im Erwach­se­nen­al­ter über Zivi­li­sa­ti­ons­krank­hei­ten wie Rücken­pro­ble­me oder Herz-Kreis­lauf­krank­hei­ten schon in jun­gen Jah­ren bemerk­bar machen. Vie­len Kin­dern man­gelt es an Kraft, Aus­dau­er und Koordination. 

Coro­na Pan­de­mie und Bewegungsmangel

Durch die Pan­de­mie, die lan­gen Lock­downs und die Iso­la­ti­on der Kin­der, die größ­ten­teils lan­ge kei­ne Mög­lich­kei­ten hat­ten, ihrem Sport nach­zu­ge­hen oder gar ein­fach im sozia­len Mit­ein­an­der frei zu spie­len, wur­de das Pro­blem noch­mal deut­lich ver­schärft. Das Ver­hal­ten der Kin­der war nach den lan­gen Lock­downs bei unse­ren Sport­kur­sen auf­fäl­lig und ihre Fit­ness hat­te gegen­über vor­her sicht­bar abge­baut. Sie waren gereizt und lau­nisch, trotz gro­ßer Freu­de, wie­der ande­re Kin­der sowie Trai­ner und Trai­ne­rin­nen nach der lan­gen Pau­se wie­der zu sehen. Das vor­lock­down Niveau wie­der zu errei­chen, hat eini­ge Mona­te gedauert. 

Posi­ti­ve Aus­wir­kun­gen von Sport und Bewe­gung auf Leis­tungs­fä­hig­keit und psy­chi­sche Gesundheit 

Leh­rer und Eltern von Kin­dern und Jugend­li­chen, die Sport trei­ben, berich­ten oft, dass die­se bei regel­mä­ßi­ger und aus­rei­chen­der Bewe­gung viel aus­ge­gli­che­ner und weni­ger gereizt oder lau­nisch sind, als wenn sie nur mit Medi­en­kon­sum beschäf­tigt sind. Auf der ande­ren Sei­te hören wir immer wie­der, wie posi­tiv sich das Begin­nen einer sport­li­chen Betä­ti­gung wie z.B. Boul­dern auf die Zufrie­den­heit, die Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit und somit auch teil­wei­se auf schu­li­sche Leis­tung der Kin­der und Jugend­li­che auswirkt.

Grün­de für Bewe­gungs­man­gel bei Kin­dern und Jugend­li­chen in der heu­ti­gen Gesellschaft

Als Grün­de für den Man­gel an kör­per­li­cher Akti­vi­tät von Kin­dern und Jugend­li­chen sehen wir vor­ran­gig die aktu­el­len gesell­schaft­li­chen Ent­wick­lungs­pro­zes­se. Han­dys, Com­pu­ter, Tablets, Spiel­kon­so­len, Fern­se­her gewin­nen immer mehr und immer frü­her an Bedeu­tung im Leben von Kin­dern und Jugend­li­chen und sind von deren All­tag – schon bei den Kleins­ten — nicht mehr weg­zu­den­ken. Der Ein­fluss die­ser Ent­wick­lung auf die Bedeu­tung von Bewe­gung im All­tag, Bewe­gungs­spie­len und Sport ist äußerst nega­tiv – vor allem in Kom­bi­na­ti­on mit einem oft man­geln­den Bewe­gungs- und Gesund­heits­be­wusst­sein in den Fami­li­en. Wenn in den Fami­li­en und bei den Eltern Sport kei­ne Rol­le spielt, ist es meis­tens nahe­lie­gend, dass deren Kin­der eben­falls wenig Inter­es­se an Bewe­gung entwickeln. 

drei Kinder spielen mit Smartphone und Tablet PC

Eltern und Fami­li­en kön­nen früh erfolg­reich Bewe­gungs­man­gel ent­ge­gen wirken

Wenn die Eltern aller­dings als Vor­bil­der die­nen und Sport und Bewe­gung einen hohen Stel­len­wert in der Fami­lie hat, ent­wi­ckeln die Kin­der meis­tens eben­falls ein deut­lich höhe­res Inter­es­se für kör­per­li­che Akti­vi­tä­ten. Die Kin­der schau­en sich unbe­wusst die inne­re Ein­stel­lung ihrer Eltern ab, sofern die­se genü­gend Geduld und Aus­dau­er besit­zen, ihre Kin­der auf dem Weg zu einem sport­li­chen und beweg­ten Leben zu beglei­ten und immer wie­der zu moti­vie­ren – nur mög­lich, wenn die inne­re Über­zeu­gung vor­han­den ist, dass Bewe­gung wich­ti­ger Bestand­teil eines gesun­den Lebens ist und zum All­tag gehört, wie z.B. auch das Zäh­ne­put­zen. Am bes­ten funk­tio­niert es, wenn Sport auch regel­mä­ßig zum gemein­sa­men Fami­li­en­er­leb­nis wird: Gemein­sam macht es deut­lich mehr Spaß, die Kin­der kön­nen ihre beim Trai­ning oder in Kur­sen gewon­ne­nen Erfol­ge und Fer­tig­kei­ten stolz mit den Eltern tei­len oder gar wei­ter­ge­ben (Zunah­me an Selbst­be­wusst­sein) und zusam­men kann wei­ter geübt und wei­ter gelernt wer­den. Die­se schö­nen und gemein­sa­men Erfah­run­gen und Erleb­nis­se prä­gen sich tief ins Bewusst­sein der Kin­der und Jugend­li­che ein, sodass Sport und Bewe­gung mit posi­ti­ven und berei­chern­den Momen­ten in Ver­bin­dung gebracht wird. Damit wird die Freu­de an der Bewe­gung früh geför­dert. Aber auch Fami­li­en, bei denen Bewe­gung bis­her kei­ne gro­ße Rol­le gespielt hat, kön­nen ohne gro­ßen Auf­wand den Start in ein beweg­te­res Leben für die gan­ze Sipp­schaft star­ten. Dazu müs­sen sich Eltern oft erst­mal sel­ber an die eige­ne Nase packen und über ihren Schat­ten sprin­gen – die Kom­fort­zo­ne muss ver­las­sen wer­den! Zum Bei­spiel kön­nen erst­mal ein paar All­tags-Gewohn­hei­ten umge­stellt wer­den, die dazu füh­ren, dass Bewe­gungs­man­gel bei Kin­dern oder sich selbst redu­ziert wird: Für kur­ze Stre­cken kann das Auto z.B. ein­fach mal ste­hen gelas­sen wer­den und die­se kön­nen zu Fuß oder mit dem Fahr­rad hin­ter­legt wer­den; Lif­te oder Roll­trep­pen soll­ten grund­sätz­lich gemie­den und die nor­ma­len Trep­pen genom­men wer­den. Die Pla­nung und Unter­neh­mung gemein­sa­mer Frei­zeit-Akti­vi­tä­ten mit Bewe­gungs­cha­rak­ter kann das Fami­li­en­le­ben noch­mal extrem berei­chern: sich ganz gezielt Zeit zu neh­men, um sie gemein­sam zu ver­brin­gen, ist näm­lich in unse­rer schnell­le­bi­gen Zeit nicht mehr so selbst­ver­ständ­lich und ist schon allein des­halb etwas ganz Beson­de­res. Das macht das Bewe­gungs­er­leb­nis dann umso wert­vol­ler. Ein Fami­li­en­be­such in der Boul­d­er­hal­le, ein Aus­flug an den See zum Schwim­men, SUPen oder wake­boar­den, ein gemein­sa­mer Durch­gang eines Erleb­nis­pfa­des im Wald, ein Spa­zier­gang zum nächs­ten Tisch­ten­nis­tisch, eine gemein­sa­me Fahr­rad­tour zu einem abge­le­ge­nen Bier­gar­ten oder die Teil­nah­me an einem Fami­li­en­kurs im Boul­dern, Klet­tern oder Klet­ter­steig, der zur Vor­be­rei­tung für neue, gemein­sa­me Aben­teu­er dient sind nur eini­ge Bei­spie­le für tol­le gemein­sa­me Unter­neh­mun­gen mit Sucht­cha­rak­ter, die dar­über hin­aus zum Ent­de­cken neu­er Hori­zon­te und Hob­bys füh­ren können.

Eltern mit zwei kleinen Kindern machen einen Ausflug bei Regen in der Natur

Fami­li­en- und Kin­der­an­ge­bo­te in den Boul­der Sheds

Wir haben uns in den Boul­der Sheds zur Auf­ga­be gemacht, Sport für alle Kin­der, Jugend­li­che und Erwach­se­ne zugäng­lich zu machen und über bestimm­te Ange­bo­te den Spaß an der Bewe­gung in Fami­li­en und bei Kin­dern zu etablieren.

Fami­li­en­klet­ter­kur­se:

Fami­lie, Team­ar­beit, Aben­teu­er, Her­aus­for­de­rung, Ver­trau­en. Das sind wich­ti­ge Merk­ma­le, die das gemein­sa­me Besu­chen eines Klet­ter­kur­ses zum unver­gess­li­chen Erleb­nis machen. Klet­tern eig­net sich ganz beson­ders als gemein­sa­me Sport­art, denn unab­hän­gig von Alter und Leis­tungs­stand kann das Aben­teu­er gemein­sam star­ten. Jeder oder jede klet­tert die Rou­ten, die er oder sie schafft und wird dabei von einem ver­trau­ten Fami­li­en­mit­glied gesichert. 

Fami­li­en­kar­te Bouldern:

Die­se Kar­te ist dazu kon­zi­piert, dass Fami­li­en zu fami­li­en­freund­li­chen Prei­sen gemein­sam boul­dern kön­nen. Zusam­men kön­nen dann die jewei­li­gen per­sön­li­chen Gren­zen getes­tet wer­den. Eltern soll­ten dabei beach­ten, dass Kin­der ihr eige­nes Tem­po haben, was unbe­dingt respek­tiert wer­den muss. Es soll Spaß machen und nicht mit Leis­tungs­druck ver­miest wer­den. Es gel­ten für das Boul­dern mit Kin­dern (Link) spe­zi­el­le Regeln, die unbe­dingt beach­tet wer­den müs­sen. Jeder bzw. jede kann boul­dern – egal wie alt, groß und stark er oder sie ist. Unse­re Rou­ten in  ver­schie­de­nen Schwie­rig­keits­gra­den ermög­li­chen einen leich­ten Ein­stieg. Wer sich nicht sicher ist, kann vor­her einen Fami­li­en­boul­der­kurs besuchen. 

Fami­li­en­boul­der­kurs:

Selbst­ein­schät­zung und Regeln in der Boul­d­er­hal­le sowie eini­ge Tech­nik­tips für den leich­te­ren Ein­stieg ins Boul­dern sind Haupt­be­stand­tei­le die­ses Kur­ses. Eltern und Kin­der üben die Regeln, damit jeder gemein­sa­me Besuch der Boul­d­er­hal­le zum posi­ti­ven Spa­ß­er­leb­nis wird. Eltern bekom­men ver­mit­telt, wie sie bei Ihren Zög­lin­gen den Spaß an der Bewe­gung und vor allem am Boul­der Sport spie­le­risch för­dern kön­nen, indem sie sowohl die per­sön­li­chen Gren­zen und das per­sön­li­che Tem­po ihrer Kids ver­ste­hen und respek­tie­ren ler­nen. Die Kin­der ler­nen, wel­che Regeln beim Boul­dern beach­tet wer­den müs­sen, um die eige­ne Sicher­heit und die der Mit­boul­de­rer zu gewährleisten. 

Klet­ter­steig­kurs für Familien

Ähn­lich wie beim Klet­tern kön­nen sich Fami­li­en als Team hier für gemein­sa­me Aben­teu­er in der Natur rüs­ten. Das siche­re Bege­hen eines Klet­ter­steigs setzt Regeln- und Aus­rüs­tungs­kennt­nis vor­aus. Für das Bege­hen mit Kin­dern sind zudem noch spe­zi­el­le zusätz­li­che Sicher­heits­vor­keh­run­gen erfor­der­lich, die unbe­dingt beach­tet wer­den müs­sen. Gemein­sam kön­nen sich Fami­li­en in einem Klet­ter­steig Kurs auf span­nen­de Vor­ha­ben am Eisen­weg vor­be­rei­ten, damit es nicht in einer unan­ge­neh­men Erfah­rung oder gar einem Unfall endet. 

Kin­der­boul­der­kur­se

Auf unse­re Kin­der­boul­der­kur­se sind wir beson­ders stolz. Denn bei uns kön­nen die Kleins­ten bereits ab 3 Jah­re (gemein­sam mit ihren Eltern) in die Welt der Ver­ti­ka­len ein­stei­gen. Dadurch wird der natür­li­che Bewe­gungs­drang der Kleins­ten unter­stützt und gefördert. 

Boul­der­kur­se für Kin­der: Das Konzept

Unser Kon­zept beinhal­tet sowohl die Kern­ele­men­te und Zie­le, wel­cher die­ser Sport für die Alters­grup­pe bis acht Jah­re bie­tet, als auch einen Grund­riss, war­um die­se Bewe­gungs­form gera­de für die­sen Alters­be­reich (3 – 8 Jah­re) auf natür­li­che Art und Wei­se über­zeugt und wie dies über die qua­li­fi­zier­ten Trai­ner umge­setzt wird. Das Team der Boul­der Sheds zählt mitt­ler­wei­le mit 30 Jah­ren Erfah­rung in die­sem Bereich.

Kind beim Bouldern mit Trainerin

Boul­dern als idea­le Sport­art zur För­de­rung sozia­ler, moto­ri­scher und kogni­ti­ver Fähigkeiten

Das Boul­dern (oder auch das soge­nann­te „Klet­tern in Absprung­hö­he“) ent­wi­ckel­te sich all­ge­mein inner­halb der letz­ten Jahr­zehn­te expan­siv. Dar­über hin­aus haben etli­che sozia­le und päd­ago­gi­sche Ein­rich­tun­gen, von der regu­lä­ren Kin­der­ta­ges­stät­te oder der Grund­schu­le bis zur erleb­nis­ori­en­tier­ten Jugend­hil­feein­rich­tung das Boul­dern als fes­ten Bestand­teil in ihre Arbeit und Frei­zeit­ge­stal­tung mit Kin­dern und Jugend­li­chen inte­griert. Der Grund hier­für ist leicht zu benen­nen: Sel­ten bie­tet eine Sport­art (neben den mul­ti­di­men­sio­na­len För­der­mög­lich­kei­ten im sozia­len, moto­ri­schen und kogni­ti­ven Bereich, auf wel­che im wei­te­ren Ver­lauf expli­zit ein­ge­gan­gen wird) eine so unkom­pli­zier­te Vor­be­rei­tung und kann ohne gro­ße kör­per­li­che Vor­aus­set­zung aus­ge­übt wer­den. Das fas­zi­nie­ren­de am Boul­dern ist, dass durch die Sachim­ma­nenz, also durch den Auf­for­de­rungs­cha­rak­ter, den eine Klet­ter­wand mit den bun­ten Boul­dern und Boul­der­rou­ten auf Men­schen jeden Alters aus­übt, eine kind­li­che Moti­va­ti­on und Neu­gier­de geweckt wird, hin­ter wel­cher ein kla­res Ziel steht: die Freu­de und der Spaß an der hori­zon­ta­len und ver­ti­ka­len Bewe­gung an der Wand.

Der natür­li­che Drang zum Klet­tern bei Kindern

Die­ses Phä­no­men lässt sich bei Kin­dern auch auf Spiel­plät­zen, in Ein­kaufs­pas­sa­gen, im Wald oder hei­mi­schen Gär­ten beob­ach­ten. Unab­hän­gig von der Umge­bung sind Kin­der von „erklet­ter­ba­ren“ Objek­ten fast schon magisch ange­zo­gen und zei­gen eine natür­li­che Bega­bung beim Erklim­men von Mau­ern, Bäu­men, Stüh­len und ande­ren Gebil­den. Nimmt man die moto­ri­sche Ent­wick­lung von Kin­dern genau­er in Betracht, sind mit unge­fähr drei Jah­ren die Vor­aus­set­zun­gen zum Klet­tern gege­ben, da ab die­sem Zeit­punkt ein sta­bi­les Gang­bild und eine ent­spre­chen­de Hand-Auge-Koor­di­na­ti­on vor­han­den sind. Bei genaue­rer Betrach­tung der phy­sio­lo­gi­schen Ent­wick­lung des Men­schen wird deut­lich, dass lan­ge bevor der ers­te Schritt von einem Klein­kind aus­ge­übt wird, sich die­ses grob­mo­to­risch durch das Zusam­men­spiel geziel­ter Bewe­gungs­ab­läu­fe, sprich über das klet­tern, inner­halb sei­ner Umwelt bewegt und sich aktiv mit die­ser aus­ein­an­der­setzt. Das Klein­kind zieht sich an Sofas, Stüh­len, Tisch­kan­ten und allem, was sich anbie­tet, nach oben, es erklet­tert sich die Welt, lan­ge bevor es die­se auf zwei Bei­nen durch­schrei­tet. Jedes Kind eig­net sich die­se Fähig­keit selbst an und hat somit auch ein eige­nes, dem jewei­li­gen Tem­pe­ra­ment und Erkun­dungs­drang ange­mes­se­nes Ent­wick­lungs­tem­po. Das Klet­tern als natür­li­che Bewe­gungs­form ist somit schon vor­han­den, sprich evo­lu­tio­när im Men­schen angelegt.

Kin­der über­tra­gen beim Boul­der Sport ihre natür­li­chen Fähig­kei­ten auf die Boul­der- und Kletterwände 

Die­se Fest­stel­lung der bereits vor­han­de­nen Fähig­kei­ten, die nähe­re Umwelt und Umge­bung über die­se Bewe­gungs­form zu erkun­den, stellt einen wei­te­ren Vor­teil des Boul­derns als Frei­zeit­be­tä­ti­gung für Kin­der dar: es muss nicht erst geübt sein, um durch­ge­führt zu wer­den. Sobald die Kin­der das ers­te Mal in einer Ein­heit über den Trai­ner mit den Wän­den spie­le­risch ver­traut gemacht wur­den, steht auch das eigent­li­che Ziel, die Bewe­gung in der Wand, im Vor­der­grund. Hier ist ganz klar, dass beim Boul­dern mit Kin­dern der Spaß an der Bewe­gung obers­te Prio­ri­tät hat. Die Kin­der ver­spü­ren über das Klet­tern die Freu­de an die­ser Bewe­gung und haben die Mög­lich­keit, ihren Kör­per und ihre eige­nen Fähig­kei­ten ken­nen­zu­ler­nen. Die indi­vi­du­el­le Kon­sti­tu­ti­on und Vor­er­fah­rung, aber vor allem das Kind selbst, ent­schei­det, ob es sich erst­mal an einem Griff hoch­zieht und dies dann auch aus­rei­chend ist, oder ob es sich schon höher hin­aus­wagt. Des­halb gilt beim Boul­dern mit Kin­dern: Das Kind bestimmt das Tem­po, in wel­chem es sich an der Wand wohl und vor allem sicher fühlt. Hier ist auch das Ein­füh­lungs­ver­mö­gen des Trai­ners oder der Trai­ne­rin gefragt, da jedes Kind dort abge­holt wer­den soll­te, wo es steht, um es dann best­mög­lich, den indi­vi­du­el­len Bedürf­nis­sen ent­spre­chend, zu beglei­ten und zu för­dern, ohne es zu über­for­dern. Ein ent­spre­chen­der Betreu­ungs­schlüs­sel durch das päd­ago­gisch geschul­te Per­so­nal gewähr­leis­tet in den Kurs­ein­hei­ten der Boul­der Sheds Augs­burg eine indi­vi­du­el­le, auf die jewei­li­gen Bedürf­nis­se der ein­zel­nen Teil­neh­mer abge­stimm­te Betreu­ung, wel­che bei Bedarf ent­spre­chend modi­fi­ziert wird.

Die Viel­fäl­tig­keit des Boul­derns beinhal­tet ein brei­tes Spek­trum an Lern­fel­dern im sozia­lemo­tio­na­len wie auch moto­risch-kogni­ti­ven Bereich, wel­che nach­fol­gend auf­ge­lis­tet und ent­spre­chend erläu­tert sind.

 

Sozia­le und emo­tio­na­le Ent­wick­lungs­be­rei­che und Zie­le beim Boul­der Trai­ning für Kinder

  • Eigen­wahr­neh­mung: Wo füh­le ich mich sicher, wann sto­ße ich an eine Gren­ze. Ich kom­mu­ni­zie­re mei­ne Gren­ze und tref­fe eige­ne Entscheidungen
  • Selbst­wirk­sam­keit: Ich ent­schei­de für mich und beein­flus­se / bewir­ke damit eine Reak­ti­on mei­ner direk­ten Umwelt, wel­che wie­der­um mei­ne Ent­schei­dung respektiert.
  • Fremd­wahr­neh­mung: Ich ach­te und respek­tie­re die Ent­schei­dun­gen inner­halb mei­ner Grup­pe, ich ver­hal­te mich inner­halb der Grup­pe ent­spre­chend der Regeln, um nie­man­den zu gefährden.
  • Frus­tra­ti­ons­to­le­ranz: Ich sto­ße even­tu­ell auch an mei­ne Gren­zen und kann adäquat, bei Bedarf mit Hil­fe mei­nes Trai­ners oder mei­ner Trai­ne­rin, damit umgehen.
  • Urteils­fä­hig­keit:  Ein­ge­bet­tet in einer akzep­tie­ren­den Umwelt kann ich abwä­gen, was ich mir zutraue.
  • Koope­ra­ti­ons- und Inter­ak­ti­ons­fä­hig­keit: Ich gehe wert­schät­zend und respekt­voll mit den ande­ren Grup­pen­mit­glie­dern um, ich respek­tie­re die Regeln inner­halb der Grup­pe, um nie­man­den zu gefährden.

 

Moto­ri­sche und kogni­ti­ve Ent­wick­lungs­be­rei­che und Zie­le beim Boul­der Trai­ning für Kinder

  • Hand-Auge Koor­di­na­ti­on: Ich grei­fe gezielt nach dem gese­he­nen Bouldergriff.
  • Kräf­ti­gung der Muskulatur
  • Auf­bau von Körperspannung
  • Aus­bau der Grob- und Feinmotorik
  • Aus­bau des Gleichgewichts
  • Bewe­gungs­pla­nung und ‑steue­rung: Ich klet­te­re gezielt über eine farb­lich gekenn­zeich­ne­te Rou­te, ich klet­te­re gezielt horizontal/vertikal
  • Raum­la­ge­ge­fühl: die Befind­lich­keit des eige­nen Kör­pers im Raum wird erkannt, mein Wahr­neh­mungs­spek­trum wird spie­le­risch erweitert
  • Trans­fer­fä­hig­keit: Ich kann ein spie­le­risch gesetz­tes Ziel in der Wand erfas­sen und pla­nen, wie ich es erreiche

 

Unend­li­che För­der­mög­lich­kei­ten durch das Bouldern

Die Auf­zäh­lung der För­der­mög­lich­kei­ten, wel­che das Boul­dern beinhal­tet und bie­tet, lie­ße sich pro­blem­los erwei­tern, jedoch sind die Kern­the­men, wie oben beschrie­ben, benannt und ein Ein­blick in die Pro­fi­te, wel­che das Boul­dern ermög­licht, aus­rei­chend veranschaulicht.

Falls euer Inter­es­se geweckt wur­de bie­tet sich beim Eltern-Kind-Boul­dern, beim Zwer­gen­boul­dern (für Kin­der zwi­schen 3–5) und Boul­der­kids (für Kin­der im Alter ab ca 6 Jah­ren) wie in allen ande­ren Kur­sen auch die Mög­lich­keit des Schnup­perns für eure Kin­der, d. h. der unver­bind­li­chen Teil­nah­me an zwei Kurs­ein­hei­ten, an.

Bild­nach­weis

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